Geige begegnet Akkordeon, und diese beiden an sich recht ungleichen Instrumente geben sich auf dem gemeinsamen Album der schwedischen Fiddle-Ikone Lena Jonsson und der finnischen Akkordeon-Innovatorin Johanna Juhola ein unglaublich gelungenes Stelldichein aus fröhlichen Melodien, melancholischen Momenten und wilden Rhythmen. Zwölf Stücke, Eigenkompositionen wie traditionelle Werke, gibt es auf dem Album zu hören. Dieses könnte man auch mit „Schweden begegnet Finnland“ überschreiben. Wobei es gar nicht so wichtig ist, welche Länder dahinter stecken, denn die verbindenden Elemente sind multinational, international und weltweit gültig. Die beiden Musikerinnen spielen sich die Bälle etwa in der Kindheitserinnerung „Childhood Hero“ (es überrascht es gar nicht sehr, dass hier der Tüftler und stille Superheld McGyver Inspirationsquelle war) so gekonnt zu, dass man einfach nur fröhlich geplättet aus der Dreiviertelstunde hervorgeht. Dabei braucht es gar keine Texte, keinen Gesang. „Let the music do the talking“ hat selten besser funktioniert als bei dieser fulminanten Zusammenarbeit zweier Folk-Koryphäen aus dem hohen Norden. Ein Album, das zur Dauerrotation förmlich einlädt.
Wolfgang Weitzdörfer






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